Sie waren schon immer etwas eigen, die Jungs von The Spirit That Guides Us. Entweder waren sie zu beschäftigt, zu faul oder haben keine Ahnung vom Internet, um das erscheinen des neuen Albums anzukündigen. Laut YouMakeMusic ist die offizielle Release des neusten The Spirit That Guides (TSTGU) Album am 19. September 2008. Netterweise war aber deren Label mit einem Stand auf dem Freakstock vertreten und so konnte ich mir das heiß erwartete Album schon da für dicke 16 Euro kaufen (2 Tage vorher sagte die nette Stand-Dame sogar 18 Euro, aber irgendwie hab ich es dann doch für 16 bekommen). Mit 12 Lieder (13, wenn man den einen Track, der nur aus Stille besteht, mit einrechnet) und einer Laufzeit von über 50 Minuten ( 54:08 Minuten) ist das Album üppig ausgestattet.
Tracklist:
- Moth And Rust
- We’re Killing Time
- Blacksmith (Don’t Shoot, Let Him Burn)
- Looking Back
- Bail Us Out
- Control
- Reflections Of The Fall
- The Island Of The Blessed
- Irrigate My Ground
- Reign On High
- In A Blink Of An Eye
- (silence)
- 99
Label: Sally Forth Records
Was die Verpackung angeht, wurde bei dieser “Limited Edition” mal wieder alles gemacht, um ein Kopfkratzen hervorzurufen. Was bei den alten Alben die fehlenden Songtexte und Informationen waren, ist diesmal noch zusätzlich die Verpackung. Das die CD mit einem Stoffband (als Patch oder Armband beschrieben) samt Albumtitel daherkommt, ist ja angenehm. Das die CD-Hülle aber sonst komplett schwarz ist, tendiert der Sinn des Bandes für Leute wie mich, die ihre CDs gern als Ausstellungsstücke in eine Vitrine legen, gleich gegen null. Doch der Obergau kommt noch: Asche. Richtige Asche. Die CD kam in einem kleinen Plastebeutel und es kam mir schon komisch vor, weil es darin irgendwie bröselte. Ich dachte an einen Fehler oder so, aber im Netz las davon, das die Limited Edition mit richtiger Asche kommt. Na klasse! Also für alle Käufer, erstmal zuhause die Hülle auseinandernehmen und die Asche rausschütteln. Auch wenn es passend zum Albumtitel sicher ein lustiger Gag ist, mag ich es nicht wenn ich die CD jedes mal vor dem Hören putzen muss. Aber einen Kreativ-Bonus gibt es.
Kommen wir aber nun zum eigentlichen: der Musik. Und hier muss ich sagen, TSTGU haben es mal wieder geschafft, mich in ihren Bann zu ziehen. Abwechslungsreich und kreativ kommen alle Songs daher. Wie immer schon irgendwie. Die alte Art ist geblieben: die Umschwünge in der Melodie, ala geschriehene Strophen und traumhaft gesungene Refrains mit Mitsingcharakter. Und dennoch: der Sound ist gewachsen, sie haben sich positiv weiterentwickelt. Der neue Sänger, der bereits auf den letzten Touren immer dabei war, feiert nun endlich sein Debüt auf einem TSTGU-Album, aber das fällt nicht großartig auf, denn die Stimme ist der des bisherigen Sängers ähnlich.
Der Song, auf den ich so gewartet habe, ist gleich zum Anfangssong geworden. Nach einem kurzen Intro geht “Moth And Rust” sofort in die Vollen. Eric schreit sich in den Strophen die Lunge aus dem Leib, während der Sänger die Refrains “No time for heros with moth and rust” singt. Die heftigen Emocore-Klänge dringen tief in die Ohren. Im groben und ganzen wird das ganze dann bis Track 7 fortgesetzt. Nein, sie klingen nicht gleich, die Lieder. Sondern jedes, wirklich jedes, richtig geil. “Looking Back” bietet einen tollen Refrain und wird einigen vielleicht schon von der letzten Tour der Band bekannt sein. Angenehm kommt hier das verzerrte Geschrei in den Strophen daher, ein willkommene Abwechslung zum sonst ja hohen Geschrei Eriks.
Mit “The Island Of The Blessed” wird der Albumablauf das erste Mal unterbrochen. Ein ruhiger Song, wie er nach den bisher eher aufreibenden Liedern nicht perfekter passen könnte. Unverzerrte Gitarre und Synthesizer schmücken den tollen Gesang des Sänger. Gleich hinterher geht es mit “Irrigate My Ground” wieder im typischen TSTGU-Schema weiter. Zwei Songs später werden einem dann erstmal 1:39 Minuten Ruhe verschrieben. Vermutlich zum runterkommen, damit sich der letzte Song nochmal voll in den Ohren entfalten kann. Dieser gehört wieder zu den ruhigen Songs. “99″ ist wohl das erste Lied von TSTGU, wo der Sänger mit Klavier begleitet wird und gleichzeitig der perfekte Abschluss eines wirklich tollen Albums.
Im Booklet befinden sich - wie leider immer - kein Lyriks, obwohl diese es mit Sicherheit wert wären gelesen zu werden. Dafür wurde von jedem Bandmitglied ein Foto vom Gesicht abgebildet, anscheinend hat man sich nun doch zu einer festen Band gemausert. Auf der anderen Seite des Booklet findet sich groß der Schriftzug: “Don’t Shoot, Let Me Burn”.
Fazit: Toll, Toll, TOLL!!! Nicht unbedingt die Hülle, aber die Musik. Keine Ahnung wie TSTGU das immer wieder machen. Irgendwie mysteriös kommt es allerdings schon daher, das fast immer das Standartschema Strophe - Geschrei und Refrain - Gesang verwendet wird. Natürlich gibt es Ausnahmen, “Bail Us Out” zum Beispiel. Also auf jeden Fall kaufen! Vielleicht kommt ja noch ne normale Version ohne Dreck heraus, die würde ich dann wohl eher empfehlen, sooo toll ist das Stoffband/Patch/Armband/wasauchimmer auch nicht. Außerdem hätte eine Limited Edition auch gern ein-zwei Bonus-Songs vertragen. Und eine Bitte an TSTGU: Veröffentlicht die Songlyriks wenigstens auf eurer Website!!!
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Tags: emocore, Rock, Screamo, The Spirit That Guides Us, [Musik] News






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